Öffentliche Daseinsvorsorge sichern
Kommunen tragen eine zentrale Verantwortung für die gesundheitliche Daseinsvorsorge und müssen dabei handlungsfähig bleiben.
Kreiskrankenhaus in öffentlicher Hand
Die bundesweite Krankenhausreform ordnet Klinikgeschehen, Zusammenarbeit und Abrechnungswesen neu. Leider gibt es Anzeichen, dass sich die Universitätskliniken Heidelberg und Mannheim im Rahmen dieser Neuausrichtung aus regionalen Aufgaben zurückziehen wollen.
Auch wenn der Kreis Bergstraße nur einen Gesellschafteranteil von 10 % am Kreiskrankenhaus hält, muss er seinen vollen Einfluss geltend machen, um eine unüberlegte Privatisierung zu verhindern, die die Krankenhausversorgung gefährdet.
Gesundheitsfürsorge ist eine öffentliche Aufgabe. Der Kreis muss dafür Sorge tragen, dass die medizinische Qualität und regionale Versorgung auch bei strukturellen Veränderungen dauerhaft gesichert bleiben. Wir kennen die negativen Auswirkungen, die die Schließung der „Luise“ in Lindenfels für die Patienten und für den Ort selbst hatte, und setzen alles daran, ähnliche Fehlentwicklungen zu vermeiden.
Darüber hinaus braucht der Odenwald / Lindenfels ein Gesundheitszentrum als Außenstelle des Kreiskrankenhauses, um die medizinische Versorgung vor Ort dauerhaft zu sichern.
Schutz der Mitarbeiter
Reformen dürfen nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Um den Standort attraktiv zu halten, müssen gute Arbeitsbedingungen und verlässliche Tarifverträge garantiert sein. Insbesondere Maßnahmen wie Leasing oder kurzfristige Personalumstrukturierungen lehnen wir ab, da sie das Krankenhaus langfristig und unnötig belasten.
Ärztemangel entgegenwirken
Gleichzeitig setzen wir auf gezielte Förderung von Hausärzten im ländlichen Raum, um die medizinische Versorgung in allen Kommunen des Kreises dauerhaft sicherzustellen. Dazu gehören verlässliche Rahmenbedingungen für Praxisgründungen und ‑übernahmen, Unterstützung bei Investitionen sowie
Anreize für den ärztlichen Nachwuchs, sich langfristig im ländlichen Raum niederzulassen.
Telemedizin fördern
Der Ausbau von Videosprechstunden kann zur Entlastung von Praxen beitragen, Wege verkürzen und die Versorgung ergänzen – insbesondere bei Nachsorge, Beratung und Verlaufskontrollen. Telemedizin darf jedoch keinen persönlichen Arztkontakt ersetzen, sondern soll diesen sinnvoll ergänzen und die wohnortnahe medizinische Betreuung stärken, nicht verdrängen.
Rettungsdienst optimieren
Sicherstellung der Hilfsfristen auch im Odenwald, z. B. Busse als mobile Arztpraxen.
Rettungsdienste, Feuerwehr, THW müssen qualifiziert ausgestattet bleiben und in erster Linie der Absicherung der Dienste dienen.
Versorgungsketten stärken
Lange Verlegungswege belasten Patienten und Rettungsdienste. Der Kreis setzt sich für ausreichende stationäre Kapazitäten und eine bessere regionale Abstimmung der Krankenhäuser ein, um unnötige Ausweichverlegungen zu vermeiden.
Pflege, Alter & soziale Verantwortung
Unterstützung ambulanter Pflegedienste und pflegender Angehöriger. Förderung altersgerechter Wohnformen und Quartierskonzepte gegen Vereinsamung.
Stärkung niedrigschwelliger sozialer Beratungsangebote.
Unterstützung von Frauenhäusern muss sichergestellt werden. Frauenhäuser sind sinnvoll und leider notwendig. Die vorhandenen Kapazitäten reichen auch wegen einer verfehlten Migrationspolitik nicht aus. Der Kreis muss hier weiter engagiert bleiben.
Barrierefreiheit & Inklusion
Menschen mit Behinderung sollen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können – Inklusion soll pragmatisch, unbürokratisch, bedarfsgerecht und mit Augenmaß stattfinden.
Corona-Aufarbeitung und Evaluation
Wir fordern eine lückenlose Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen im Kreis Bergstraße sowie eine umfassende Evaluation ihrer Auswirkungen auf Bürger, Kinder und Wirtschaft. Ziel ist die Wiederherstellung des gesellschaftlichen Friedens und die Sicherstellung, dass Grundrechtseinschränkungen dieser Tragweite sich niemals ohne wissenschaftliche Evidenz wiederholen.