Bedrohung und Beleidigung des AfD-Kreis- und Landessprechers Rolf Kahnt

27.09.2017 — Nur zwei Tage nach der Bun­des­tags­wahl, bei der die Alter­na­ti­ve für Deutsch­land (AfD) als dritt­stärks­te Par­tei mit 12,6 % Wäh­ler­stim­men in den Deut­schen Bun­des­tag gewählt wur­de, erhielt Kreis- und Lan­des­spre­cher Rolf Kahnt aus Bens­heim eine E-Mail eines bis­lang Unbe­kann­ten, der ihn direkt bedroht und belei­digt. Kahnt hat bei der Bun­des­tags­wahl an der Berg­stra­ße als Direkt­kan­di­dat für die AfD kan­di­diert und 12,54 % der Erst­stim­men erzielt. Sein Kreis­ver­band konn­te 12,9 % Stim­men­an­teil ver­bu­chen. Der pen­sio­nier­te Stu­di­en­rat ist zudem Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der im Kreis­tag und Stadt­ver­ord­ne­ter in Bens­heim. Außer­dem beklei­det Kahnt das Amt des stell­ver­tre­ten­den Kreis­tags­vor­sit­zen­den.

Der Wort­laut der per­sön­lich an Kahnt gerich­te­ten E-Mail lau­tet:

Wir wis­sen wo Sie woh­nen !

Sie sind der Abschaum der Gesell­schaft. Wer sich für eine natio­na­lis­ti­sche Ideo­lo­gie begeis­tert und zur Wahl stellt, hat sein Leben ver­wirkt. Also zie­hen Sie sich warm an. RASIS­TI­SCHES ARASCH­LOCH“

Wie der Kreis­ver­band der AfD mit­teilt, ist beim Staats­schutz inzwi­schen Anzei­ge gestellt wor­den. Der Kreis­ver­band ruft alle demo­kra­ti­schen Par­tei­en und Gre­mi­en dazu auf, sich von Bedro­hun­gen oder Gewalt gegen­über Anders­den­ken­den zu distan­zie­ren. Am Frei­tag vor der Wahl ist bereits ein geh­be­hin­der­tes AfD-Mitglied in Hep­pen­heim hin­ter­rücks von zwei Män­nern kör­per­lich ange­grif­fen und zu Boden geris­sen wor­den. Dabei trug der Ange­grif­fe­ne blu­ten­de Ver­let­zun­gen an Lip­pe, Kinn und Unter­ar­men davon.

Dass Bedro­hun­gen gegen­über AfD-Politikern kei­nen Ein­zel­fall dar­stel­len, so der Kreis­ver­band, führ­te schließ­lich vor weni­gen Mona­ten dazu, dass bereits AfD-Funktionäre bedroht wur­den, wie der stell­ver­tre­ten­de Kreis­spre­cher oder jenes Mit­glied eines Kreis­tags­gre­mi­ums, das dar­auf­hin sein Amt nie­der­leg­te und sei­ne Mit­glied­schaft in der AfD erzwun­ge­ner Maßen auf­ge­ben muss­te, um sich und sei­ne Fami­lie vor wei­te­ren Bedro­hun­gen zu schüt­zen.

„Dass nun gegen einen unse­rer Spit­zen­funk­tio­nä­re auf Kreis- und Lan­des­ebe­ne Bedro­hun­gen und Belei­di­gun­gen aus­ge­spro­chen wer­den, ist ein Skan­dal“, so der Kreis­ver­band. Hier­ge­gen gel­te es, sich gemein­sam mit allen Kräf­ten öffent­lich zu weh­ren.

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