Selbstbeweihräucherung

Dass vie­le Poli­ti­ker oft­mals in einer rea­li­täts­frem­den Welt leben, lässt sich nicht nur bei Bundes- und Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten oder bei Euro­pa­po­li­ti­kern in Brüs­sel beob­ach­ten. Auch auf kom­mu­na­ler Ebe­ne schafft man sich im Dunst­kreis sei­ner Getreu­en ein eige­nes Bild der Rea­li­tät.

All­jähr­lich ist dies beim Neu­jahrs­emp­fang der Stadt Bür­stadt ein­drucks­voll und erschre­ckend zugleich zu beob­ach­ten. Die Bür­ger­meis­te­rin sieht, im Schat­ten ihres Logos dozie­rend, die Bür­städ­ter von Jung bis Alt freu­de­trun­ken auf den Spiel­ge­rä­ten der Alla-hopp-Anlage her­um­tur­nen, wäh­rend ande­re das neu geschaf­fe­ne Kunst­werk am Krei­sel bestau­nen – dies alles in der freu­di­gen Erwar­tung, wel­che Seg­nun­gen die Poli­tik für das neue Jahr wohl noch bereit­hal­ten wird.

Ein Spiel­ver­der­ber, wer der Selbst­be­weih­räu­che­rung wenig abge­win­nen kann. Sehen wir uns aber die Wir­lich­keit an: Die Innen­stadt ver­ödet immer rasan­ter; ein leer­ste­hen­des Geschäft steht neben dem ande­ren. Den­noch muss­te unbe­dingt noch ein wei­te­rer Super­markt instal­liert wer­den, der die­sen Trend wei­ter ver­schär­fen wird. Unge­lös­te Pro­ble­me wie die der Stra­ßen­an­lie­ger­bei­trä­ge, die geplan­te Rodungs­ak­ti­on um das Bahn­hofs­ge­län­de, die Bebau­ung des Mess­plat­zes in Bob­stadt und die dro­hen­de Zer­stö­rung des Turnvater-Jahn-Platzes durch ein deplat­zier­tes Bau­vor­ha­ben gön­nen so man­chem Bür­städ­ter kei­nen ruhi­gen Schlaf mehr.

Den jun­gen Bür­städ­ter Fami­li­en wären huma­ne Kita- und Krip­pen­ge­büh­ren ohne jeden Zwei­fel lie­ber als die Alla-hopp-Geräte im Bür­ger­haus­park mit über­teu­er­tem Toi­let­ten­häus­chen.

Die Poli­tik ent­fernt sich nach Auf­fas­sung der AfD auf allen Ebe­nen immer mehr von den Bedürf­nis­sen der Bür­ger.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.