Pressemitteilung: Untergang einer Bildungsnation – erschreckender Analphabetismus

von Rolf Kahnt, Alters­prä­si­dent des aktu­el­len hess. Land­tags, Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter, Mit­glied im: Kul­tur­po­li­ti­scher Aus­schuss und
Hes­si­scher Lan­des­denk­mal­rat.

Nach einer kürz­lich durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung unter­stütz­ten Stu­die, „LEO-2018“, kön­nen 6,2 Mil­lio­nen Deutsch spre­chen­de Erwach­se­ne im Alter zwi­schen 18 und 64 Jah­ren weder rich­tig lesen noch schrei­ben. „Wenn über die Hälf­te (52,6%) der rund 3,3 Mil­lio­nen Betrof­fe­nen Mut­ter­sprach­ler sind, dann wirft das zudem ein erschüt­tern­des Bild auf den Nie­der­gang einer ehe­mals vor­zeig­ba­ren Bil­dungs­na­ti­on“, kri­ti­siert Rolf Kahnt, kultur- und bil­dungs­po­li­ti­scher Spre­cher der hes­si­schen AfD-Landtagsfraktion.

Zwar attes­tie­re die Stu­die im Ver­gleich mit Ergeb­nis­sen aus dem Jahr 2010 einen Rück­gang von Men­schen mit gerin­ger Lite­ra­li­tät um rund 1,3 Mil­lio­nen, dies sei jedoch nur bei ober­fläch­li­cher Betrach­tung erfreu­lich, wie der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te kom­men­tiert. Es kom­me einer Bil­dungs­ka­ta­stro­phe gleich, wenn mehr als 6 Mil­lio­nen Deutsch spre­chen­de Erwach­se­ne auf­grund die­ser Defi­zi­te nur mit erheb­li­chen Ein­schrän­kun­gen am gesell­schaft­li­chen und beruf­li­chen Leben teil­ha­ben könn­ten, so Kahnt.

Dar­über hin­aus ste­he es einer Bil­dungs­na­ti­on über­haupt nicht gut an, dass fast ein Vier­tel der betrof­fe­nen Erwach­se­nen (22,3%) kei­nen Schul­ab­schluss erreicht habe. „Die­se erschre­cken­den Zah­len beleuch­ten bereits seit Jahr­zehn­ten fest­stell­ba­re Ver­säum­nis­se in der Bil­dungs­po­li­tik, die dring­lich abge­stellt wer­den müs­sen“, for­dert Kahnt. Erheb­li­che Bil­dungs­män­gel zeig­ten sich bereits in der Grund­schu­le, in der gra­vie­ren­de Män­gel beim Abfas­sen ein­fa­cher, sinn­erfas­sen­der Sät­ze oder kur­zer Tex­te bei einer Viel­zahl von Schü­lern fest­zu­stel­len sei­en.

„Wir kön­nen es uns über­haupt nicht leis­ten“, betont der ehe­ma­li­ge Gym­na­si­al­leh­rer, „wenn ein man­gel­haf­ter Erwerb grund­le­gen­der Kennt­nis­se bereits in der Grund­schu­le dazu führt, dass vie­len Schü­lern wei­ter­füh­ren­de Bil­dungs­gän­ge und spä­te­re beruf­li­che Qua­li­fi­zie­run­gen ver­sperrt blei­ben“, warnt Kahnt. Eine der wesent­li­chen Ursa­chen sieht der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te in ste­ti­ger Absen­kung von Leistungs- und Bil­dungs­stan­dards. Damit wür­den for­mal zwar mehr Schü­ler einen qua­li­fi­zier­ten Schul­ab­schluss errei­chen, der ihnen letzt­lich auf­grund defi­zi­tä­rer Kennt­nis­se im Fach Deutsch und ande­ren Fächer, wie MINT, nicht hel­fe, Stu­di­en­gän­ge erfolg­reich abzu­schlie­ßen.

Die hes­si­sche AfD-Fraktion, so Kahnt, habe kürz­lich die Lan­des­re­gie­rung in einer Klei­nen Anfra­ge gefragt, wel­che För­der­maß­nah­men sie ergrei­fe, um Lese- und Schreib­schwä­che bereits in der Grund­schu­le zu bekämp­fen, und mit wel­chen Maß­nah­men sie in Hes­sen leben­de Erwach­se­ne mit gerin­ger Lite­ra­li­tät för­dern wol­le. Der AfD-Bildungspolitiker for­dert die Lan­des­re­gie­rung zudem auf, die für das kom­men­de Schul­jahr laut Koali­ti­ons­ver­trag vor­ge­se­he­ne Stun­den­er­hö­hung im Fach Deutsch nicht nur in die Tat umzu­set­zen, son­dern zusätz­lich über das 2. Schul­jahr hin­aus in den wei­ter­füh­ren­den Schul­for­men die Stun­den­ta­fel für das Fach Deutsch um min­des­tens eine wei­te­re Stun­de zu erhö­hen. „Es darf ange­sichts nie­der­schmet­tern­der Befun­de nicht bei Lip­pen­be­kennt­nis­sen der Lan­des­re­gie­rung blei­ben, sie muss end­lich han­deln und Geld für die Bil­dung in die Hand neh­men“, for­dert Kahnt abschlie­ßend.


Den gesam­ten Text kön­nen Sie hier als PDF anse­hen und her­un­ter­la­den.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.