Rolf Kahnt erneut Kandidat an der Bergstraße

Wahlkreisversammlung: AfD kürt ihren Kreisvorsitzenden zum Kandidaten für den Wahlkreis 55 (Bergstraße-Ost) / Ersatzkandidatin ist Margareta Horle aus Rimbach

Bei der Wahl­kreis­ver­samm­lung der AfD Berg­stra­ße, die am ver­gan­ge­nen Diens­tag­abend durch die frü­he­re stell­ver­tre­ten­de Lan­des­vor­sit­zen­de Bär­bel van Dijk aus Rein­heim gelei­tet wur­de, hat sich Rolf Kahnt als Kan­di­dat für die hes­si­schen Land­tags­wah­len für den Wahl­kreis 55 (Bergstraße-Ost) als Wahl­kreis­be­wer­ber zur Wahl gestellt. Der Kreis­vor­sit­zen­de und Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der AfD im Kreis­tag erhielt im Bür­ger­haus Mör­len­bach ohne einen Gegen­kan­di­da­ten erwar­tungs­ge­mäß den Rück­halt sei­ner Par­tei: über 81 % der anwe­sen­den Mit­glie­der gaben dem frü­he­ren hes­si­schen Lan­des­vor­sit­zen­den ihre Zustim­mung, 26 Mit­glie­der votier­ten für ihn, bei sechs Gegen­stim­men. Für den Bens­hei­mer Stadt­ver­ord­ne­ten ist die jet­zi­ge Kan­di­da­tur bereits sei­ne zwei­te im Wahl­kreis 55. Die AfD Berg­stra­ße trat mit Kahnt schon vor fünf Jah­ren in ihrem Grün­dungs­jahr bei der hes­si­schen Land­tags­wahl an. Auch bei der Bun­des­tags­wahl war sie dabei. Bei den Land­tags­wah­len 2013 gelang es Kahnt als Kan­di­dat für den Wahl­kreis Bergstraße-Ost auf Anhieb, 4,4 % Wäh­ler­stim­men auf sich zu ver­ei­nen.

Zu sei­ner Ersatz­kan­di­da­tin wur­de – eben­falls mit 26 Ja-Stimmen, bei 5 Nein-Stimmen und einer ungül­ti­gen Stimm­ab­ga­be – Mar­ga­re­ta Hor­le aus Rim­bach, ohne einen Gegen­kan­di­da­ten, gewählt. Die ehe­ma­li­ge Ver­lags­as­sis­ten­tin ist Mit­glied der AfD-Kreistagsfraktion und gehört als Schatz­meis­te­rin ihrer Frak­ti­on dem geschäfts­füh­ren­den Frak­ti­ons­vor­stand an. Hor­le gehört wie Kahnt zu den Grün­dungs­mit­glie­dern des AfD-Kreisverbandes Berg­stra­ße im Mai 2013. Der Bun­des­tags­wahl­kampf von Kahnt sei bereits äußerst erfolg­reich ver­lau­fen, so beton­te Hor­le, des­we­gen wer­de sie im bevor­ste­hen­den Land­tags­wahl­kampf gern Mit­strei­te­rin an des­sen Sei­te und für die AfD Berg­stra­ße sein. Mit 12,54 % Erst­stim­men im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber hat­te Kahnt das dritt­bes­te Ergeb­nis nach Meis­ter (CDU) und Lam­brecht (SPD) erzielt, weit vor den Direkt­kan­di­da­ten von Grü­nen und FDP, die nur auf ein­stel­li­ge Ergeb­nis­se kamen.

In sei­ner Bewer­bungs­re­de bekräf­tig­te Rolf Kahnt sei­ne und die Ambi­tio­nen des AfD-Kreisverbandes Berg­stra­ße bei der kom­men­den Land­tags­wahl. Der Kreis­vor­sit­zen­de hofft am 28.10.2018 auf „einen gol­de­nen Okto­ber“, mit dem zumin­dest das Wahl­er­geb­nis der ver­gan­ge­nen Bun­des­tags­wahl wie­der­holt wer­den soll. Auf Kreis­ebe­ne erreich­te die AfD aus dem Stand 12,9 % Wäh­ler­stim­men, bei der Kom­mu­nal­wahl 2016 waren es sogar 15,9 % Wäh­ler­stim­men. Gegen­wär­tig stün­den die Chan­cen auf noch grö­ße­re Erfolgs­aus­sich­ten sei­ner Par­tei sehr gut, betont Kahnt: „Die SPD sieht uns bereits in ihrem Rück­spie­gel, wir sind auf der Über­hol­spur und kön­nen nach dem gegen­wär­ti­gen Nie­der­gang der SPD schon bald zweit­stärks­te poli­ti­sche Kraft im Land wer­den“. Die unglaub­wür­di­ge Kehrt­wen­de der SPD nach ihrer Wahl­nie­der­la­ge im Sep­tem­ber hin zu einer Gro­ßen Koali­ti­on mit der Uni­on beschleu­ni­ge die­sen Pro­zess noch wei­ter. Selbst­be­wusst rückt Kahnt den Kom­men­tar eines SPIEGEL-Redakteurs in den Blick­punkt sei­ner Zuhö­rer, die­ser habe inzwi­schen erkannt, dass die AfD die SPD als Volk­par­tei ablö­sen wer­de.

Auch an der Uni­on und ins­be­son­de­re an der „Noch-Bundeskanzlerin“ Ange­la Mer­kel ließ der Kreis­vor­sit­zen­de kein gutes Haar. „Die Uni­on ver­kauft mit der geplan­ten Gro­ßen Koali­ti­on letz­te Res­te ihrer See­le an einen Wahl­ver­lie­rer“, der sich gro­tes­ker­wei­se nun ein­bil­de, als Gewin­ner des Koali­ti­ons­ver­tra­ges her­vor­ge­gan­gen zu sein und sich oben­drein als Ret­ter der Uni­on aus­ge­be. Kahnt kri­ti­siert, die SPD hät­te zei­gen müs­se, dass nie­mand mit der der­zei­ti­gen Uni­on koalie­ren wol­le. Grü­ne und FDP hät­ten die­se Ein­sicht mit dem Abbruch der „Jamaika“-Sondierungsgespräche deut­lich gezeigt. Nun wer­de es vor­aus­sicht­lich zu einer wei­te­ren, unheil­vol­len Koali­ti­on zwi­schen Uni­on und SPD kom­men, die sich bei­de ein „Wei­ter so“ auf ihre Fah­nen geschrie­ben hät­ten. „Not und Elend haben sich hier in einem Kor­sett ver­bun­den“, so Kahnt, die eine nai­ve Will­kom­mens­kul­tur Ange­la Mer­kels mit wei­ter­hin offe­nen Gren­zen befür­wor­ten, die Über­frem­dungs­ängs­te in der Bevöl­ke­rung nicht wahr­neh­men wol­len, die kei­ne Sor­ge trei­be für den Bestand des­sen, was für Deut­sche Hei­mat und Kul­tur bedeu­te, und die eine kon­se­quen­te Selbst­auf­ga­be des Staa­tes betrei­ben wür­den. „Das sind alles ande­re als sta­bi­le poli­ti­sche Ver­hält­nis­se für die nächs­ten vier Jah­re“, betont der Kreis­vor­sit­zen­de, wenn eine Gro­ße Koali­ti­on die Schick­sals­fra­ge unse­rer Nati­on, wie die Gren­zen der Inte­gra­ti­ons­fä­hig­keit, nach wie vor tabui­sie­re. Nach sei­ner Auf­fas­sung hät­te es kon­se­quen­ter­wei­se spä­tes­tens nach dem Abbruch der „Jamaika“-Sondierung zu Neu­wah­len kom­men müs­sen. Davor hät­ten Uni­on, SPD und Grü­ne jedoch genau­so viel Furcht, wie der Teu­fel das Weih­was­ser scheue. Egal, was mit der Gro­Ko nun kom­me, „wir wer­den wei­ter im Angriffs­mo­dus blei­ben“, ver­spricht der Kreis­vor­sit­zen­de.

Als Direkt­kan­di­dat will sich Rolf Kahnt nach­hal­tig mit AfD-Programmatik in vie­le Fehl­ent­wick­lun­gen der Lan­des­po­li­tik, ins­be­son­de­re in die Poli­tik­fel­der Bil­dung, Inne­re Sicher­heit, Kri­mi­na­li­tät, Sozia­le Sicher­heit und Ener­gie­po­li­tik, ein­mi­schen. Der Diplom-Pädagoge und pen­sio­nier­te Stu­di­en­rat kri­ti­siert den mit dem Kul­tur­bruch der 68er-Generation ein­her­ge­hen­den rapi­den Leis­tungs­ver­fall an hes­si­schen Schu­len. Die Fol­gen der lin­ken Revol­te habe mit ihrer seit Jahr­zehn­ten betrie­be­nen Erleichterungs- und Wohl­fühl­päd­ago­gik dazu bei­ge­tra­gen, dass von der Grund­schu­le bis hin zum Abitur hun­dert­tau­sen­de Schü­ler nicht mehr feh­ler­frei Deutsch schrei­ben kön­nen. Es gibt, so Kahnt, einen dra­ma­ti­schen Ver­fall der Recht­schreib­kennt­nis­se, „heu­ti­ge Schü­ler machen dop­pelt so vie­le Recht­schreib­feh­ler wie 1972“. Der der­zei­ti­ge „Digi­ta­li­sie­rungs­wahn“ mache die Schul­leis­tun­gen ins­ge­samt um kei­nen Deut bes­ser. Der Kreis­vor­sit­zen­de erin­nert mah­nend an die in den 70er-Jahren über­all aus dem Boden sprie­ßen­den Sprach­la­bors, die nur Mil­lio­nen von Steu­er­gel­dern auf­fra­ßen und kei­nen Nut­zen gebracht hät­ten. „In unse­ren hes­si­schen Schu­len müs­sen auch wie­der Kennt­nis­se und Wis­sen ver­mit­telt wer­den“ statt soge­nann­ter Kom­pe­ten­zen, die nur beschrie­ben, wel­che Kom­pe­ten­zen jemand haben könn­te. Kahnt wer­de als Bil­dungs­ex­per­te für eine Ver­bes­se­rung in Schu­le, Leh­rer­bil­dung und Uni­ver­si­tät kämp­fen. Was die Bil­dung an hes­si­schen Hoch­schu­len ange­he, so for­dert er die Rück­kehr zu den welt­weit geach­te­ten Diplom-Studiengängen, mit einem Bache­lor allein sei kaum eine beruf­li­che Per­spek­ti­ve gege­ben. Die The­men Inne­re Sicher­heit und Kri­mi­na­li­tät sei­en wei­te­re poli­ti­sche Betä­ti­gungs­fel­der. Gera­de die Ent­wick­lun­gen in den letz­ten Jah­ren habe gezeigt, dass Ver­nach­läs­si­gun­gen zu schwer­wie­gen­den Ver­än­de­run­gen im gesell­schaft­li­chen Mit­ein­an­der führ­ten. Auch gegen die land­schaft­li­chen Ver­än­de­run­gen durch inzwi­schen mehr als 1.200 inef­fi­zi­en­te Wind­rä­der allein in Hes­sen wer­de sich Kahnt posi­tio­nie­ren: „Mit uns wird es kei­ne wei­te­ren Geneh­mi­gun­gen von Wind­an­la­gen geben, hier kämp­fen wir, ganz im Gegen­satz zu den Grü­nen, um jeden Zen­ti­me­ter gefähr­de­ter Natur“.

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