Solar-Draisine: Die Weichen richtig stellen!

28.11.2017 — Die AfD-Kreistagsfraktion spricht sich für ein Ende der poli­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen den Koali­tio­nä­ren von CDU und SPD im Rah­men der finan­zi­el­len Mise­re der Über­wald­bahn gGmbH aus. Es sei zwar nach­zu­voll­zie­hen, wenn man ver­su­che, die eige­ne Wes­te auf­grund der erheb­li­chen finan­zi­el­len Pro­ble­me der Solar-Draisine sau­ber zu hal­ten. Aller­dings gel­te es nun, den Blick nach vor­ne zu rich­ten und eine trag­fä­hi­ge und betriebs­wirt­schaft­li­che Lösung für den künf­ti­gen Betrieb und den Finanz­be­darf der Drai­si­ne zu ent­wi­ckeln, ergänzt Tho­mas Elzer (AfD), stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Akten­ein­sichts­aus­schus­ses (AEA) zur Über­wald­bahn.

Offen zu Tage getre­ten sei­en die Dif­fe­ren­zen der Koali­tio­nä­re in der Kreis­tags­sit­zung am 06.11.2017 sowie durch die in einem Pres­se­ge­spräch geäu­ßer­te Kri­tik der SPD-Kreistagsfraktion am ehe­ma­li­gen Land­rat Wil­kes. Statt den Schwar­zen Peter hin und her zu schie­ben, sei es an der Zeit, die im Abschluss­be­richt des AEA benann­ten Män­gel in der Betriebs­füh­rung und bei den Auf­sichts­gre­mi­en anzu­ge­hen, betont die AfD-Fraktion.

Solide Zahlenbasis erforderlich

Zwar wer­de durch die Kreis­spit­ze immer wie­der dar­ge­stellt, mit dem neu­en Geschäfts­füh­rer Kahl habe sich vie­les zum Bes­se­ren gewandt. Die bis­lang erziel­ten Ergeb­nis­se spre­chen für die AfD-Fraktion hin­ge­gen eine ande­re Spra­che. So wur­de für das Jahr 2016 statt des geplan­ten Ergeb­nis­ses in Höhe von -291.000 € ein Ver­lust von 522.000 € erwirt­schaf­tet, was fast einer Ver­dop­pe­lung der Plan­wer­te ent­spricht.

In der Sit­zung des Aus­schus­ses für Regio­nal­po­li­tik und Infra­struk­tur (ARI) am 02.11.2017 wur­de zudem durch Geschäfts­füh­rer Kahl die Not­wen­dig­keit eines Son­der­zu­schus­ses von wei­te­ren 610.000 € für das Jahr 2017 sowie eine Ver­dop­pe­lung der jähr­li­chen Gesell­schaft­er­zu­schüs­se von 200.000 € auf 400.000 € dar­ge­stellt, die der Über­wald­bahn durch die Gesell­schaf­ter auch zuge­sagt wur­den. Aus Sicht der AfD-Fraktion wer­den Män­gel in der Geschäfts­füh­rung durch eine groß­zü­gi­ge „Scheck­buch­men­ta­li­tät“ der Gesell­schaf­ter gedeckt, ins­be­son­de­re da Kahl in der Sit­zung des ARI zu den erwar­te­ten Ver­lus­ten in 2018 ff. kei­ne Anga­ben machen konn­te. Es ver­wun­dert die AfD-Fraktion nicht, dass nur zwei Wochen nach besag­ter Sit­zung ein wei­te­rer Son­der­be­darf in Höhe von 120.000 € dis­ku­tiert wer­den müs­se.

Die AfD-Fraktion for­dert die Kreis­spit­ze als Haupt­ge­sell­schaf­ter der Über­wald­bahn auf, neben des seit Beginn des Draisinen-Projektes nicht vor­han­de­nen Geschäfts­pla­nes ins­be­son­de­re eine nach­voll­zieh­ba­re und belast­ba­re finan­zi­el­le Vor­aus­schau für die zu erwar­ten­den Kos­ten der Fol­ge­jah­re bei der Über­wald­bahn gGmbH zeit­nah ein­zu­for­dern.

Weichenstellung für die Zukunft

Nur mit belast­ba­ren Zah­len ist aus Sicht der AfD-Fraktion eine sach­ge­rech­te Debat­te zur Zukunft der Solar-Draisine mög­lich. Mit der Arbeit und den Emp­feh­lun­gen des AEA wur­de eine brauch­ba­re Aus­gangs­la­ge geschaf­fen. Um die Über­wald­bahn von dem der­zei­tig schlech­ten Image zu befrei­en, ist nach Auf­fas­sung des Frak­ti­ons­mit­glie­des Elzer auch die buch­hal­te­ri­sche Tren­nung und Aus­wei­sung von Auf­wen­dun­gen für den Erhalt der Stre­cke und den Betrieb der Drai­si­ne zwin­gend erfor­der­lich, da Instand­hal­tungs­kos­ten auch ohne den Drai­si­nen­be­trieb anfal­len.

Die AfD-Fraktion for­dert die Koali­ti­ons­part­ner CDU und SPD auf, klar zu benen­nen, in wel­che Rich­tung die Rei­se gehen soll. Die AfD betont, es sei kei­nes­wegs hin­nehm­bar, dass einer­seits Mil­lio­nen Euro für ein Pres­ti­ge­ob­jekt wie die Solar-Draisine auf Kos­ten des Steu­er­zah­lers ver­brannt wer­den, ande­rer­seits aber wie im Fall des Lui­sen­kran­ken­hau­ses in Lin­den­fels mit dem Ver­weis auf knap­pe Kas­sen selbst eine Bürg­schaft in Höhe von 3,5 Mio. Euro als nicht trag­bar bezeich­net wur­de, so dass das Kran­ken­haus im Oden­wald infol­ge­des­sen sei­ne Pfor­ten schlie­ßen muss­te.

Auch gegen Träu­me­rei­en wie die jüngst durch DIE LIN­KE im Kreis­tag vor­ge­tra­ge­nen Plä­ne einer Reak­ti­vie­rung des Per­so­nen­nah­ver­kehrs auf die­ser Stre­cke müs­se, so die AfD, ein Prell­bock errich­tet wer­den. Im Übri­gen betrach­tet die AfD-Fraktion den Vor­schlag der FDP-Fraktion für eine Pri­va­ti­sie­rung der Über­wald­bahn als unrea­lis­tisch. Man dür­fe kei­nes­wegs hof­fen, für eine dau­er­haft defi­zi­tä­re Gesell­schaft irgend­ei­nen pri­va­ten Betrei­ber auf die Glei­se zu bekom­men.

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