Eine Frechheit!

In den letzten Tagen haben zahlreiche Bürstädter Bürger Post von der Stadtverwaltung erhalten. Darin geht es um die Neuberechnung der Niederschlagswassergebühren. An der Erhebung von gerechtfertigten Gebühren ist sicherlich im Grundsatz nichts einzuwenden, schließlich steht der Gebühr eine konkrete Leistung gegenüber. Dennoch muss Kritik erlaubt sein. Zum einen ist es nach Auffassung der AfD Bürstadt eine Frechheit, die komplexen Fragebögen in der Urlaubszeit mit einer vierwöchigen Rücksendefrist zu verschicken. Zahlreiche Bürstädter befinden sich in den Sommerferien und können sich unmöglich innerhalb dieser Zeit mit den Korrekturbögen befassen. Das Kalkül liegt auf der Hand. Wer nicht handelt, muss sich gefallen lassen, dass die aufgrund einer Luftaufnahme als versiegelt vermutete Fläche tatsächlich als solche behandelt wird, unabhängig von einer möglichen Entwässerung der Niederschläge in Zisternen oder ins Erdreich. Dass die Luftbildaufnahme im Anschreiben der Stadt noch als „besonderer Service“ für den Bürger bezeichnet wird, ist an Sarkasmus kaum zu überbieten. Unabhängig vom unpassenden Zeitpunkt der Datenerhebung ist der Sinn der Gebührenbemessung zu hinterfragen.

Das Kanalsystem in Bürstadt ist überwiegend ein sog. Mischsystem, d. h. Niederschlags- und das Schmutzwasser der Haushalte fließen in ein und denselben Kanal. Die übermäßige Versickerung von Regenwasser führt, wie auch das Wassersparen in den Haushalten, dazu, dass Rohre und Kanäle weniger gespült werden. Es bilden sich Gase, die die Rohre angreifen, Geruch – besser gesagt Gestank – durch Faulgase entsteht, vor allem in den Sommermonaten. Schließlich müssen die Kanäle mit erheblichen Kosten und unter Einsatz von Frischwasser nachgespült werden. Im Klartext: Kostbares Wasser wird sinnlos vergeudet. Schilda lässt grüßen! Die Entscheidungsträger sollten die Angelegenheit gründlich überdenken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.